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Pressemitteilung

Aufschwung verliert an Dynamik

09.01.2012

Der konjunkturelle Aufschwung der chemischen Industrie Westfalens hat sich auch im zweiten Halbjahr 2011 fortgesetzt, dabei aber zwischen Juli und Dezember deutlich an Tempo verloren. Das ist das Ergebnis des aktuellen Konjunkturbarometers des Westfälischen Arbeitgeberverbandes für die chemische Industrie.

Erfreulich dagegen ist: Die Beschäftigungs- und Ausbildungssituation in der Chemie-Branche ist ungebrochen positiv. Rückläufig, aber immer noch positiv sind dagegen die Angaben zur aktuellen Geschäftslage, die zwar von 79% der Befragten mit gleichbleibend gut bzw. befriedigend angeben wird. Bei der letzten Umfrage Mitte 2011 lag dieser Wert allerdings noch bei 88%. Damit korrelieren auch die Angaben zum Auftragseingang und Umsatz im 2. Halbjahr. 56% bzw. 62% der befragten Unternehmen meldeten gleichbleibend gute bzw. verbesserte Resultate im Vergleich zum 1. Halbjahr 2011. Der Anteil der Positivmeldungen ist aber im Vergleich zur letzten Umfrage um fast 30 Prozentpunkte gesunken. Dementsprechend bewerten auch nur noch 54% der Befragten die aktuelle Ertragslage positiv. Im Frühjahr 2010 lag dieser Anteil noch bei über 80%.

Erfreuliche Beschäftigungssituation

Erfreulich ist weiterhin die Beschäftigungssituation: Der Beschäftigungssaldo ist erneut eindeutig positiv (40% Anteil Rückmeldungen mit Personalaufbau, nur 4% Abbau) und dabei sogar noch besser als vor einem halben Jahr. Kurzarbeit ist praktisch kein Thema in der Branche, allerdings ist nur noch bei etwa 10% der befragten Unternehmen (Frühjahr: 24%) Mehrarbeit an der Tagesordnung. Beim Ausbildungsangebot konnte fast ein Drittel der Befragten (32%) gegenüber 2010 zulegen, nur 2% mussten sich einschränken. 20% der befragten Unternehmen gaben an, nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen zu können, vorrangig aufgrund Nicht-Antritt bzw. Abbruch und wegen mangelnder Qualifikation der Bewerber.

Die Prognose für das erste Halbjahr 2012 gibt Anlass zu der Annahme, dass sich das wirtschaftliche Wachstum allenfalls sichtbar gedämpft fortsetzt, wenngleich Rezessionsgefahren derzeit nicht ersichtlich sind. 74% der Befragten rechnen mit besseren bzw. gleichbleibend guten Geschäften im kommenden Halbjahr. Vor einem halben Jahr betrug deren Anteil noch 90%. Bei den Auftragserwartungen liegen die positiven Rückmeldungen sowohl im Inlands- als auch im Auslandsgeschäft zwar oberhalb von 60%, auch hier sank der Anteil gegenüber der letzten Umfrage um 20 Prozentpunkte.

"Der Höhepunkt des Wachstums ist längst überschritten"

Eine weiterhin eindeutig positive Beschäftigungsentwicklung erwartet die Chemie-Branche in den nächsten Monaten. 74% der Befragten rechnen mit stabilen Verhältnissen, weitere 18% planen sogar Neueinstellungen. Ähnlich sieht es bei den Ausbildungsplätzen aus. 74% planen stabile Verhältnisse, 18% können sogar zulegen. Zunehmend unter Druck geraten die Erträge: der Saldo von positiven (16%) und negativen (19%) Rückmeldungen ist ins Minus gerutscht. „Das Jahr 2011 war ein erfolgreiches Jahr für die chemische Industrie Westfalens“, bilanziert Dirk W. Erlhöfer, Hauptgeschäftsführer des Westfälischen Arbeitgeberverbandes für die chemische Industrie, schränkt aber gleichzeitig ein: „Der Höhepunkt des Wachstums war bereits im Sommer 2011 überschritten, für 2012 sind die positiven Erwartungen rückläufig. Als Hauptrisiken für die Konjunktur 2012 sehen unsere Mitglieder die Rohstoffpreis- und deren Verfügbarkeitsfrage und die Inlands- und Auslandsnachfrage gleichermaßen.“

Die Pressemitteilung finden Sie hier als pdf-Dokument zum Download.



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