
Pressemitteilung
Realismus beim Entgelt – Flexibilität bei der Arbeitszeit
Das machen die Chemie-Arbeitgeber als Reaktion auf den gestrigen Forderungsbeschluss der IG BCE deutlich. AGV-Verhandlungsführer Willibrord Lampen erläutert: „Die Gewerkschaft selbst fordert eine Weiterentwicklung des Demografie-Tarifvertrages. Für die Chemie-Arbeitgeber ist in diesem Zusammenhang der notwendige Mentalitätswandel in der Arbeitszeitpolitik von entscheidender Bedeutung. Dazu gehört eine Flexibilisierung der Arbeitszeit für Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen als wichtiger Schlüssel zur Bekämpfung der drohenden Demografie-Falle. Eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist dabei eine gesetzliche Vorgabe, dazu gehört ein tarifvertraglicher Baukasten für Beschäftigte und Unternehmen, um sowohl lebensphasengerechte Arbeitszeiten als auch bedarfsgerecht längere betriebliche Arbeitszeiten zu ermöglichen“, so Lampen weiter.
Die Entgeltforderung von 6 % sieht Lampen sehr kritisch, da sie den Konjunkturerwartungen der Chemie-Branche nicht entspreche. „Wir erwarten für 2012 ein Mini-Wachstum beim Umsatz von 1 % und ein Null-Wachstum bei der Produktion. Der Trend heißt also Stagnation. Leider wird die Entgeltforderung der Gewerkschaft dieser Situation in keiner Weise gerecht“, so Lampen Richtung IG BCE. „Ich mahne hier Realismus an und fordere die Gewerkschaft zu einer Revidierung auf.“
Im Tarifbezirk Westfalen der chemischen Industrie sind etwa 180 Unternehmen mit rund 40.000 Beschäftigten im Arbeitgeberverband organisiert.
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