Die Entwicklung zeigt ein gemischtes Bild: Trotz einer angespannten wirtschaftlichen Gesamtlage bekennen sich die Unternehmen klar zur eigenen Ausbildung. Das Angebot bleibt auf hohem Niveau, wenngleich das Engagement der Betriebe leicht zurückgegangen ist – ein angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartbarer Trend. Gleichzeitig ist die Besetzungslücke größer geworden: 114 angebotene Plätze blieben unbesetzt.
„Unsere Mitgliedsunternehmen senden auch 2025 ein klares Signal für den Erhalt und die Zukunftsfähigkeit unserer Branche. Die stabile Ausbildungsbereitschaft ist ein wichtiges Bekenntnis zum Fachkräftenachwuchs und zum Standort Westfalen.“, sagt Lars Bergmann, Hauptgeschäftsführer des Westfälischen Arbeitgeberverband Chemie e.V. Ein weiterer Schwerpunkt der aktuellen Auswertung war die Übernahmesituation. Die Übernahmequote ist 2025 zurückgegangen. „Das ist in erster Linie auf die schwierige wirtschaftliche Lage zurückzuführen. Gleichzeitig zeigt sich aber, dass diejenigen, die übernommen werden, hervorragende Perspektiven erhalten: fast 60 Prozent der ausgelernten Nachwuchskräfte werden unbefristet übernommen, knapp 20 Prozent werden mit einer Befristung länger als 12 Monate eingestellt“, so Lars Bergmann mit Blick auf die Zahlen.
„ Die Branche steht weiterhin unter Druck. Mit dem Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge wird die Bedeutung der eigenen Ausbildung weiter zunehmen. Durch gute Tarifverträge und zahlreiche gemeinsame Initiativen bieten wir eine starke und verlässliche Ausbildung. Für uns als IGBCE ist darüber hinaus klar: Die Unternehmen müssen ihre Ausbildungskapazitäten stabil halten – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, denn qualifizierte Fachkräfte sind für die Transformation unserer Branche unverzichtbar, betonte Joshua Zobel, Gewerkschaftssekretär der IGBCE in NRW.
Das gemeinsame Fazit: Trotz sinkender Übernahmequote und wachsender Besetzungslücke bleibt die chemisch-pharmazeutische Industrie in Westfalen ein starker Ausbilder – mit stabilen Angeboten und hervorragenden Perspektiven für diejenigen, die den Einstieg in die Branche schaffen. Gemeinsam will man im kommenden Jahr den Austausch intensivieren, um mögliche Maßnahmen und Instrumente für die Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung zu entwickeln.
Eine gemeinsame Pressemitteilung des AGV und der IGBCE finden Sie hier:
